610 bemalte Schädel

Die Michaelskapelle am Friedhof

Im Erdgeschoss der zweigeschossigen Kapelle aus dem 12. Jahrhundert befindet sich das Beinhaus. Ein Butzenscheibenfenster des gotischen Kapellenraumes im Stockwerk enthält ein wertvolles gotisches Glasgemälde „St. Michael mit der Seelenwaage". An der östlichen Stirnseite steht der barocke Michaelsaltar, gestiftet 1612 vom Salzfertitger Eysl. Die barocke Kanzel an der Nordwand wurde 1905 aus der Pfarrkirche entfernt. Der rückwärtige Altar stammt aus der ehemaligen Krankenhauskapelle in der Lahn. Die zwei steinernen Lichthäuschen an der Ortsseite waren einst bei Totenmessen in Verwendung.

Beinhaus Hallstatt

Das Beinhaus in Hallstatt /bei der Kath. Kirche ) enthält rund 610 bemalte Schädel. Einige wurden schon Ende des 18. Jahrhunderts bemalt, manche stammen aber auch aus diesem Jahrhundert. Die Schädelmalerei wurde hauptsächlich während des 19. Jahrhunderts durchgeführt und gehört zu einem Kulturkreis, der vorwiegend im östlichen Alpenraum - d.h. im österreichischen Innviertel, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Bayern - verbreitet war. Noch heute findet dieser Brauch in Hallstatt Anwendung. Hallstatt besitzt die größte Schädelsammlung, die es je gegeben hat. Andere Sammlungen sind kaum noch vorhanden. Musste ein Grab für ein neues Begräbnis wieder verwendet werden, wurde das Aufnehmen der Schädel oder Knochen in ein Beinhaus oder einen Karner als eine Art zweite Bestattung aufgefasst. Mit der Bemalung und Beschriftung wurde die Identität der früheren Familienmitglieder bewahrt. Je nach Familienzugehörigkeit, aber auch je nachdem, wer gemalt hat, wurden die Namen oder nur die Initialen oder manchmal auch gar keine Beschriftung angebracht.

Bemalte Schädel

Obwohl es klar ist, dass mehrere Arten der Bemalung vorkommen, hat es sich bei meiner Untersuchung gezeigt, dass die Art der Bemalung einer besonderen Entwicklung folgt. Dazu kommt auch die Art und Weise, in der die Namen oder Initialen geschrieben wurden. Vor dieser Untersuchung (1974 - 1993) gab es Vorstellungen über Bemalungen, die nicht mit der tatsächlichen Entwicklung übereinstimmen. Es war angenommen worden, dass die Schädel wegen Platzmangels in das Beinhaus gebracht wurden. In einer Untersuchung, die 1948 - 1950 von Prof. Gustav Sause r von der Universität Innsbruck gemacht wurde, konnten 2104 bemalte und unbemalte Schädel dokumentiert werden. Da es bis 1900 etwa 30000 Eintragungen in das Sterbebuch gab, ist klar, dass diejenigen, die ins Beinhaus gebracht wurden, eine kleine Auslese der Bestatteten darstellen.

Mache im Gedenken an die Verstorbenen einen virtuellen Rundgang durch den weltberühmten Hallstätter Karner: Beinhaus

Es lässt sich eine gewisse Familientradition nachweisen, mehrere Maler waren in dieser Zeitspanne tätig. Mit wenigen Ausnahmen ist die Malerei für eine gewisse Zeit charakteristisch. Schädel mit Kränzen sind die ältesten - je dunkler der Kranz, desto älter der Schädel. Schmale Kränze und farbiges Kreuz mit Randkontur sind die jüngsten dieser Art Bemalung. Ein Blumenornament an der Stirn kennzeichnet die nächste Phase, dann folgen grüne Blätter an den Schläfen (Eiche, Efeu, Oleander) - fast immer mit einem schwarzen Kreuz an der Stirn.

Die jüngsten Bemalungen vom Anfang des vorigen Jahrhunderts sind durch dünne Efeuzweige beiderseits, lateinische Schrift und ein verhältnismäßig schmales Kreuz charakterisiert. Manche Schädel sind nur mit dem Namen versehen, manche Bemalungen sind Kopien von früher. In den letzten Jahren wurden nur vereinzelt Schädel im Beinhaus beigesetzt.

Die Katholische Pfarrkirche von Hallstatt

Die Pfarrkirche in Hallstatt ist ein wunderschönes Kleinod inmitten des Weltkulturerbe- Ortes. Weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt ist der Spätgotische Flügelaltar von Meister Leonhard Astl, der als Stiftung der Bergknappen gilt und eine kunsthistorische Besonderheit darstellt.

Im Ablauf einer 4000jährigen Siedlungsgeschichte um den Hallstätter Salzberg hat die Geschichte der katholischen Kirche nur am letzten Viertel Anteil. Der Nachweis irgendwelchen Christentums unter den Römern, die wohl bis in die Zeit der Völkerwanderung hier ihre Salzgeschäfte machten, ist aus den vorhandenen Funden nicht zu erbringen. Über den Jahrhunderten des großen Völkerwanderns liegt tiefes Dunkel. Nach den ersten. Klostergründungen in Mondsee 748 und Kremsmünster 777 und vor allem dann in Traunkirchen um 1000 wird das Tal der Traun immer mehr erschlossen und auch christianisiert. Um das Jahr 1050 ist wohl eine erste christliche Gemeinde anzunehmen, die spätestens 1181 eine kleine romanische Kirche hatte. Der mächtige Turm aus dem 12. Jahrhundert legt noch heute Zeugnis davon ab.

Die Spätgotik wagte dann den Bau über den steil abfallenden Felsen und bis 1505 wurde der heute vorhandene Kirchenraum fertig. Bald darauf stand die zweischiffige Kirche mitten in den harten Religionskriegen und wechselte zeitweilig zwischen Katholiken und Protestanten ihren Dienst. Sie blieb allerdings immer Liebkind aller Salzfertiger und der reichen Herren am Salzberg, im Markt oder bei Hof. Seit 1939 liegt die Obsorge um dieses Kleinod ganz bei der kleinen Pfarrgemeinde und den Freunden und Besuchern. Im Jahr 2002 wurde die Katholische Pfarrkirche komplett renoviert!

Der Friedhof von Hallstatt

Ewige Ruhe zwischen Fels und SeeDer Friedhof in Hallstatt wurde auf Felsterrassen um die Pfarrkirche angelegt. Der Teil vor dem weltberühmten Beinhaus ist den evangelischen Christen zugeteilt. Nach der Friedhofsordnung gibt es keine Familiengräber. Nach zehn Jahren kann ein Grab neu belegt werden. Die Toten werden in horizontaler Lage bestattet, die Grabeinfassung bedeckt nur einen kleinen Teil des Grabes. Über den Gräbern befindet sich das Christuszeichen - das Kreuz - gefertigt aus Holz oder Schmiedeeisen.

Veranstaltungen


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Ort: 
Kath. Kirche Hallstatt, Kirchenweg 40 4830 Hallstatt

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