Hallstatt Friedhof -

Die Soleleitung

Älteste Pipeline der Welt

Dem Salz verdankt Hallstatt seine Entstehung und seine Bedeutung. "Die Hallstatt" sagen die Hallstätter. Das ist richtig und nicht schwer zu erklären. Die Hallstatt, das ist die Salzstätte.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ist der Bergmännische Abbau von Salz in Hallstatt nachzuweisen. Schon in der ausgehenden Bronzezeit, also um das Jahr 1000 vor Christus, beginnt der systematische industrielle Salzbergbau. Was die ersten Hallstätter Bergmänner noch in schweren Säcken ins Tal bringen mussten, besorgt jedoch seit Jahrhunderten das Wasser. Das Aufspüren der Salzlager von Hallstatt war eine Sternstunde der Menschheit. Nicht weniger Bewunderung aber verdient die Idee, das Salz in flüssiger Form zu transportieren.

Das Plätschern der Sole, also der Salzlösung, die aus dem Bergwerk fließt, können Sie bis Ebensee verfolgen. Die Soleleitung legt diese Vierzig Kilometer lange Strecke (gut ausgeschildert und ideal auch für Seiteneinsteiger) gemeinsam mit einem Soleleitungsweg zurück - einem der reizvollsten und bequemsten Wanderwege im Salzkammergut. Da und dort bemerkt der Wanderer am Wegrand noch die Reste der alten Holzrohrleitung, heute sind die Rohre aus Eisen oder Kunststoff

Entlang der ältesten Pipeline der Welt

]Im Jahre 1595 wurde mit dem Bau dieser Leitung begonnen, der Ältesten Pipeline der Welt, die noch im Betrieb ist. Sie führte zuerst bis Lauffen, dann bis Ischl, schließlich bis Ebensee, wo bereits im Jahr 1607 Hallstätter Sole zu Salz verarbeitet wurde.Bleiben wir noch ein bisschen bei der Soleleitung: Eine der größten Sehenswürdigkeiten auf dem Weg der Hallstätter Sole ist der Gosauzwang. Vor mehr als zweihundert Jahren ersann der Hallstätter Johann Spielbüchler eine Möglichkeit zur drucklosen Überquerung des Gosautales, eine über sieben steinerne Pfeiler führende Soleleitungsbrücke.

Es gab gute Gründe für die Anlage dieser ebenso einfachen wie genialen Konstruktion für den Soletransport: den Holzmangel. Das klingt in einer waldumrahmten Gegend zwar unwahrscheinlich, doch muss man sich vorstellen, dass der Stollenbau im Bergwerk, vor allem aber der Betrieb der Sudpfannen tausende Kubikmeter Holz verschlang. Ein Teil der kostbaren Naturschätze des Salzberges wurde in Hallstatt zu Salz verarbeitet, über den See nach Steeg gerudert und dort den Traunschiffen übergeben. Der andere Teil wanderte über die Soleleitung in die Sudhäuser nach Ischl und Ebensee. Pausenlos, Tag und Nacht Sommer und Winter fließt auch heute die Sole durch die Rohre.

Salz - wie lange noch?

Mit der Salzmenge die in einer Stunde aus dem Hallstätter Salzberg geholt wird, könnte eine Kleinstadt ein Jahr lang den gesamten Salzbedarf decken. Ist das nicht ein Raubbau, der hier betrieben wird? Spät, zu spät wahrscheinlich, haben wir begriffen, dass die Vorräte im Innern unserer Erde nicht unerschöpflich sind. Die Fachleute haben uns vorgerechnet, dass wir bei gleich bleibend zunehmender Abbaugeschwindigkeit mit Kohle, Erdöl und auch spaltbarem Uran schon am Ende sind, wenn die heute Geborenen das dreißigste Lebensjahr erreicht haben. Die Gesamterzeuger der Österreichischen Salinen, also die aus dem Salzbergwerken Hallstatt, Bad Ischl, Altaussee und Hallein gewonnene Sole- und Salzmenge, beträgt jährlich etwa zwei Millionen Kubikmeter Sole und 400.000 Tonnen Salz. Wie lange noch? Fragt der Laie besorgt. Bleibt für unsere Enkel und Urenkel noch Salz? Gibt es Salz auch anderswo in Österreich und lohnt es sich, es abzubauen? Sollen wir, was bisher bei der Energie erfolglos versucht wird, Appelle in die Welt setzen, auch mit Salz zu sparen?

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