Ein herrlicher Aussichtsberg, für den sich eine ganze Tagestour lohnt. Da er etwas abseits vom Verkehrsnetz liegt, steht er gewissermaßen im „Schatten" des Königs Dachstein und wird vorwiegend von seinen Stammbergsteigern geschätzt. Er ist der Hausberg der Hallstätter. Mein Vorschlag für diese Wanderung wäre, in der Frühe gleich mit der ersten Salzbergseilbahn zum Rudolfsturm hochzufahren, da an schönen Sommertagen das letzte Wegstück sehr heiß werden kann. Von der Bergstation der Standseilbahn rechne ich 3½ Stunden Wegzeit bis zum Gipfel (Bitte beachten Sie aber, dass die erste Seilbahn erst um 9.00 Uhr fährt).
Wenn wir die Bergstation verlassen und uns wieder über das Gräberfeld, vorbei an den Knappenhäusern, bewegen, haben wir immer den mächtigen Aufbau dieses Berges vor uns. Bereits nach wenigen Kehren würde von der Forststraße ein Abkürzungsweg zum Hohen Wasserstollen (1234 m) abzweigen. Aber auch wenn wir auf der Straße bleiben, kommen wir zum Wasserstollen. Oberhalb desselben beginnt der eigentliche Plassenweg (Nr. 640), der zuerst durch dichten Mischwald führt und dann plötzlich in einen oftmals sehr steilen, wunderschönen Latschenhain mündet. Besondere Vorsicht ist auf den freien Grashalden und Felsrippen geboten, die der schmale Steig überwindet.
Ein schwieriges Stück ist mit einem Stahlseil gesichert. In allen Fällen sollte man vorher die Verankerung prüfen. Ansonsten ist der Anstieg ungefährlich. Auf halber Höhe schon genießen wir den herrlichen Anblick des Dachsteins, der uns mit seinem ewigen Eis, wie in ein „Hermelinfell" gehüllt, immer wieder in Bann hält. Der Hallstätter Gletscher ist zum Greifen nahe, besonders wenn man auf dem Gipfel steht.
Das 4 Meter hohe Lärchenholz-Gipfelkreuz auf dem Plassen wurde 1948 von den Heimkehrern des 2. Weltkrieges gestiftet. Vom Gipfel haben wir einen einzigartigen Rundblick; in unwahrscheinlicher Schönheit zeigen sich die Zinnen des Gosaukammes. Überhaupt ist dieses Gebiet reich an unberührten Almen und Wäldern. An schönen Tagen kann man nicht nur den Schafberg am Wolfgangsee, sondern auch die bayrischen Berge sehen.
Wenn Sie Glück haben, können Sie im Gipfelbereich einem Rudel Gemsen begegnen oder hoch über der Felswand ein Adlerpaar kreisen sehen. Immer wieder kann man hören, dass die Gipfelstunden am Plassen zu den schönsten im gesamten Salzkammergut zählen.
Falls Sie noch Zeit haben, würde ich Ihnen nach dem Abstieg nicht die Route über die Standseilbahn, sondern die vom Salzberg über die „Schlaipfen" und durch das Echerntal zurück nach Hallstatt empfehlen. Ein Mehraufwand von 2 Stunden, der sich wirklich lohnt!