Wie eine Insel im Wald liegt der Obertrauner Ortsteil Brand im Tal. Der Name lässt keinen Zweifel über seine Entstehung aufkommen: Siedlungsraum wurde im Mittelalter meist durch Brandrodung gewonnen. Die Bezeichnung hat aber eine doppelte Bedeutung: Wie überall im Salzkammergut schwelten auch rund um Obertraun viele Kohlenmeiler. Weitab der Häuser erzeugten die Köhler Unmengen von Holzkohle, die man aufgrund ihres hohen Heizwertes schätzte, aber z.B. auch zum Schmieden der gewaltigen Sudpfannen benötigte. Der Bau eines Rundmeilers war ein kleines Kunstwerk: Ein kaminartiger Schacht wurde mit Holzstämmen und Ästen umringt und zuletzt deckte man die so entstandene Kuppel mit Erde ab.
Das im Schacht entzündete Feuer brachte den Meiler zum Schwelen, wobei man die Rauch- und Zuglöcher geschickt anbringen und rund um die Uhr kontrollieren musste. Nach fünf Tagen rauchte der Meiler nicht mehr weiß, sondern bläulich - und aus 6000 bis 8000 Kilo Holz waren rund 1500 Kilo Holzkohle geworden. Die nahe Köhlerbrücke ist nur eine von vielen Flurbezeichnungen, die noch an das rußige Handwerk erinnern.