Das Gosautal ist allseits von hohen Bergen umgeben. Im Süden reiht sich im unübersehbaren Gosaukamm Gipfelzacke an Gipfelzacke vom Donnerkogel (2054 m) zur Großwand (2415 m), im Osten steigen die Hänge steil zur Seekarwand (1857 m) und zum felsigen Plassen (1953 m) im Dachsteinmassiv an, im Westen erheben sich die Waldhöhen zwischen der Zwieselalm (1585 m) und dem Hornspitz (1432 m), und im Norden - wo man den Talausgang zum Hallstätter See kaum vermuten würde - recken sich der Hohe und der Niedere Kalmberg (1833 m und 1827 m) in die Höhe. Ganz hinten im Talschluss verbirgt sich das schönste Schmuckstück des Tales: der Vordere Gosausee,
in dem sich der spaltige Gosaugletscher und der 2993 Meter hohe Dachstein spiegeln. Den Einheimischen macht die wunderschöne Landschaft jedoch nicht immer Freude: Das Leben in diesem abgeschlossenen Kessel war hart und entbehrungsreich. Selbst diese freundliche Wiese heißt „Schindereben": Um nicht stecken zu bleiben, musste man die Pferde hier beim Holzziehen mit Peitschenhieben antreiben.