Während des Hochglazials der letzten großen Vergletscherung (Würmeiszeit) floss die Hauptmasse des Eises der Nord-West-Abdachung des Dachsteins in der direkten Fortsetzung des Tales der Gosauseen in Richtung Abtenauer Bekken und weniger in das nach Norden verlaufende Gosautal. Diese Abflussrichtung änderte sich aber grundlegend während des Spätglazials (um 17.000 vor heute): Die Mächtigkeit des Eises nahm ab und das Eis floss von Süden nach Norden durchs Gosautal und traf bei der Gosaumühle auf den Traungletscher. Zwischen 17.000-16.000 vor heute war der Gosaugletscher isoliert und reichte nur noch bis zum Ende des heutigen breiten Tales etwa auf Höhe des Bärenbaches.
Um ca. 16.000 vor heute waren die Kargletscher des Gosaukammes vom Gosaugletscher getrennt und um ca. 14.000 vor heute füllte der Gletscher das Becken des Hinteren Gosausees aus mit einer schmalen Zunge bis zur Gosau-Lacke. Zwischen 13.000-12.000 vor heute reichte die Gletscherzunge gerade noch bis zum Hinteren Gosausee . Der Rückzug der Gletscher erfolgte nicht gleichmäßig, sondern Abschmelz- und kurze Vorstoßphasen wechselten einander immer wieder ab. Am Gosaugletscher erfolgten die neuzeitlichen Hochstände im Jahr 1850.